Besuch der Gedenkstätte Dachau

Besuch der Gedenkstätte des ehemaligen Kontentrationslagers Dachau

Bericht der Schülerinnen und Schüler der Stufe 10 am

Bildungszentrum Meckenbeuren, 28.11.2018

Am Mittwoch, den 28. November 2018 haben sich die 10. Klassen an der Bushaltestelle des Bildungszentrums Meckenbeuren versammelt. Wir sind um acht Uhr aufgebrochen um nach Dachau zu fahren. Dort wollten wir an einer Führung durch das ehemalige Konzentrationslager, das heute Gedenkstätte ist, teilnehmen. Bei der Fahrt, die ca. 2,5 Stunden dauerte, mussten wir unsere Daten in eine Liste eintragen, um einen Zuschuss vom Land zu bekommen.

In Dachau angekommen, haben sich alle vier Klassen zum Besucherzentrum begeben, hier konnten die Schüler auf die Toilette gehen. Vom Besucherzentrum aus sind wir auf das ehemalige Häftlingsgelände, um im Museum einen Film anzuschauen. Die Dokumentation verdeutlichte und veranschaulichte, wie es überhaupt zu so einem Konzentrationslager kommen konnte. Außerdem zeigte er, wie es hier in Dachau zugegangen ist. Danach sind wir zum Besucherzentrum zurückgelaufen. Dort machten wir eine kurze Mittagspause, um danach gestärkt an der Führung zu teilzunehmen.

Um 12 Uhr startete die Führung und wir wurden in drei Gruppen aufgeteilt. Unser Guide, Frau Stefanie Perfler, zeigte uns den Weg, den die Häftlinge nach ihrer Ankunft durchlaufen haben. Sie erläuterte uns, dass bevor die Insassen auf dem Häftlingsgelände angekommen sind, sie von den SS- Männern erniedrigt und bespuckt wurden. Der weitere Weg führte uns durch das Tor mit der Inschrift „Arbeit macht frei". 


Diese Inschrift sollte die Häftlinge verwirren, denn nichts daran stimmte. Die Häftlinge glauben jedoch, dass sie nach der gedienten Arbeit wieder freikommen würden.

Der Appellplatz wurde uns als nächstes näher erläutert. Auf diesem riesigen Platz wurden morgens und abends alle Häftlinge gezählt. Sie musste solange in Reih und Glied stehen bleiben, bis die Lagerleitung die Anwesenheitsliste unterschrieben hat. Dies konnte jeden Tag zeitlich variieren.

Nach der Ankunft der Häftlinge wurden sie in den Schubraum gebracht. Dort wurde jeder in eine Kartei aufgenommen und alle persönlichen Gegenstände weggenommen. Außerdem wurden ihnen die Haare aus „hygienischen" Gründen abrasiert. Abschließend wurden sie desinfiziert und mussten danach im Waschraum duschen. Über die Wassertemperatur konnten sie nicht entscheiden. Nun bekam jeder Häftling, per Zufall, Kleidung zugeteilt. Meistens passten die Größen nicht zum Körperbau. Nach diesem Ablauf waren sie offiziell Häftlinge des Konzentrationslagers in Dachau.

Strafen wurden willkürlich verteilt. Es gab zwei Arten von Strafen, die hauptsächlich genutzt wurden. Dazu gehörte das Aufhängen der Häftlinge an den Händen, hinter dem Rücken oder das Auspeitschen. Zum Auspeitschen mussten sich die Häftlinge nackt auf einen Bock legen und jeden Schlag mitzählen. Verzählten sie sich, ging es wieder von vorne los. Die Insassen trugen von diesen Strafen schwere Verletzungen davon.


Später wurden die Häftlinge nach der Bestrafung auch noch eingesperrt. Entweder in der Stehzelle für ca. 72 Sunden oder in der Einzelzelle. Eine Stehzelle war 70 cm breit und 70 cm tief. Die Einzelzellen waren teilweise mit Toiletten ausgestattet. Die SS-Männer konnten jedoch über einen Schalter entscheiden welche Zelle Strom bekommt oder wo es eben dunkel bleiben sollte. Die Toilettenspülung, die Heizung und das Licht funktionierten also nicht immer.

Nach dem Bunker, wie dieser Bereich von den Häftlingen genannt wurde, ging es zum anderen Ende des Konzentrationslagers. Über der Brücke stehen zwei Krematorien: Eines mit Gaskammer, welches als „Brausebad" getarnt ist. Diese Gaskammer wurde nie benutzt. Die Gründe dafür sind bis heute unbekannt. Die Krematorien dagegen wurden häufig benutzt. Oftmals wurden 2 - 3 Menschen auf einmal verbrannt, da die Menschen so abgemagert waren und deshalb mehrere Personen auf einer Bahre Platz hatten.


Anschließend sind wir durch die Allee zurückgegangen. Dabei informierte uns Frau Perfler noch über den Alltag im KZ Dachau. Außerdem sahen wir die Umrisse der "Wohngebäude". Diese waren für 208 Insassen ausgelegt, sie waren jedoch immer deutlich überfüllt. Ein Gebäude war 10m breit und 100m lang.


Außerdem zeigte sie uns die evangelische Kirche. Diese hat ein besonderes Design, da sie keine rechten Winkel besitzt und damit gegen die Geradlinigkeit im Konzentrationslager verstößt. Sogar der Boden ist schief verlegt und die Türen sind krumm eingesetzt. Sie wurde mit den anderen Kirchen nach der Schließung des Konzentrationslagers erbaut.

Als letzte Station wurden uns die Mahnmale gezeigt. Sie haben besondere Bedeutungen, denn sie stehen für die vielen toten Menschen.

Im Mahnmal, das rechts auf dem Foto zu sehen ist, werden jedoch nur drei Gruppen der Häftlinge symbolisiert, da dem Künstler bei Auftragsvergabe verboten wurde die anderen Gruppen auch in sein Kunstwerk mit einzubeziehen. Damals waren noch nicht alle Verfolgten als Opfergruppen anerkannt. Die Dreiecke stehen für die Winkel auf den Häftlingsklamotten. Sie teilten die Menschen in verschiedene Kategorien ein. Jede Winkelfarbe bezeichnete eine andere Gruppe von Menschen. Besondere Zeichen auf, unter oder über den Winkeln gaben den Nationalsozialisten zusätzliche Informationen zu den Personen.


Abschließend lässt sich sagen, dass man sich schwer vorstellen kann, was die Menschen hier durchlebt haben. Es muss schrecklich gewesen sein. Durch den Besuch konnten wir die Erlebnisse dieser verfolgten Menschen besser nachvollziehen.

Wir finden es schade, dass dem Künstler verboten wurde die restlichen Farben der Winkel mit in sein Kunstwerk einzubeziehen. Gut finden wir aber, dass er dafür einigen Winkeln keine Farbe gegeben hat und sie frei gelassen hat.

Es ist sehr menschverachtend und traurig, dass durch den Spruch „Arbeit macht frei“ den Häftlingen falsche Hoffnungen gemacht wurden.  Der Ort berührt und regt uns zum Nachdenken an. Der Aufenthalt war sehr informativ und eindrucksvoll.

Auch wenn die schlimmen Taten der Nationalsozialisten lange her sind, sollte jeder Mensch in seinem Leben einmal in Dachau gewesen sein und sich diesen Ort der Angst, des Todes und des Hungerns angesehen haben. Nur so können wir verhindern, dass so etwas wieder passiert.


Zum Schluss zwei abschließende Worte: „NIE WIEDER“.


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