Fahrt zur Gedenkstätte Dachau


Am 13.11.17 machten sich die zehnten Klassen des Bildungszentrum Meckenbeuren auf den Weg in die Gedenkstelle des Konzentrationslagers in Dachau. Die Stimmung auf dem Hinweg war düster, es wurde viel nachgedacht was uns an der Gedenkstätte erwarten würde. Als wir dort angekommen sind, machten wir uns auf den Weg in den Eingangsbereich, dort konnten wir auf die Toiletten gehen und uns etwas Kleines zu Essen besorgen. 

Draußen haben sich die Schüler anschließend klassenweise aufgestellt. Jede Klasse hat einen eigenen Guide erhalten, welcher uns für die nächsten 2,5 Stunden begleitete und unsere Fragen beantworten würde. Unser Guide war der Geschichtswissenschaftler Moritz Kienast.

Er konnte uns viel Wissenswertes vermitteln und alle Fragen beantworten.
Die Tour begann mit der Schubkammer, in der sich die Häftlinge registrieren lassen und ihre Kleidung abgeben mussten. Anschließend konnten wir die Einzelhaftzellen besichtigen. Sie waren mit dem nötigsten ausgestattet: Bett, Toilette und eine Heizung.


Zusätzlich zu den vielen Einzelhaftzellen gab es auch Stehzellen, diese waren nur 70 x 70 cm groß. In den Einzelhaftzellen verbrachten Häftlinge teilweise auch tagelange Qualen im Dunkeln. Von diesen schlimmen Vorstellungen überwältigt, machten wir uns auf den Weg, an den Barackenplätzen vorbei, in den Krematoriumsbereich.

                    

Dieser bestand aus Desinfektionsräumen, einer Gaskammer und mehreren Verbrennungsöfen. Aufgrund dieses Anblickes lief vielen ein Schauer über den Rücken. Spätestens hier wurde einem bewusst, dass im KZ die Menschenwürde nichts wert war. Am Ende der Führung bekamen wir das Denkmal gezeigt, welches an die schreckliche Zeit des Dritten Reiches erinnern soll. An diesem Ort verabschiedete sich unser Guide und beendete die Führung.

Auf eigene Faust konnten wir uns jetzt noch in der Gedenkstätte umsehen. Die meisten Schüler schauten sich noch die nachgebauten Baracken an, in der die Häftlinge geschlafen und gelebt haben. Durch das berühmte Lagertor, mit der irreführenden Aufschrift „Arbeit macht frei“, ging es wieder nach draußen und mit dem Bus nach Hause.


Eigene Gedanken

Mit dem Gang durch das Lagertor, das die  Aufschrift "Arbeit macht frei" trägt und dem vorher vorgelesenen Tagebucheintrag über die Ankunft der Häftlinge, wurde einem gleich von Anfang an bewusst, dass es hier um einen bedrückenden Ort geht. Dies hat sich auf die Stimmung der Schüler ausgewirkt. Der Tagebucheintrag ließ uns die ersten Gedanken der Häftlinge gut nachvollziehen und mitfühlen.

Wir gingen, mit unseren Guide, den Weg der Häftlinge von der Ankunft bis zur Verbrennung im Krematorium nach. Für mich lag über dem gesamten Besuch der Gedenkstätte ein beklemmendes Gefühl. Die Gedanken daran, dass in diesem Lager am Ende 28.000 Menschen lebten und Zwangsarbeit leisten mussten, dass hier Menschen auf unmenschlichste Art und Weise - mit unter anderem stundenlangen Appellen - gefoltert und terrorisiert worden sind, waren kaum auszuhalten. Am meisten bedrückte uns die unglaubliche Vorstellung, dass hier an diesem Ort 41.500 Menschen dem Tod fanden.

Spätestens die Fotos, die wir bei den Krematorien zu sehen bekamen und die meterhoch gestapelte Leichen zeigten, machten deutlich, wie grausam und menschenverachtend die Taten der Nationalsozialisten waren. Mir ist besonders das Denkmal mit dem Satz „Nie wieder“, in fünf verschiedenen Sprachen im Gedächtnis geblieben. Und es stimmt! 

Nie wieder darf sich so etwas Grausames wiederholen.

Wir bedanken uns bei unserem Guide Moritz Kienast für die informative und anschauliche Führung durch die Gedenkstätte Dachau, die uns eindrucksvoll die Taten der Nazis vor Augen führte.

Bericht: Kai Scheffold & Tim Karstens
Bilder: Tim Karstens